Sonntag, 29. Dezember 2013

KEINE LIEBESBRIEFE MEHR: Es wird gebloggt, gepostet und gechattet

Jetzt mal was krachend altmodisches: Also zitiert Karasek, dessen Gedanken ich hier begleite und kommentiere, den Ringelnatz: "Ein männlicher Briefmark erlebte/ Was Schönes, bevor er klebte/ Er war von einer Prinzessin beleckt./ Da war die Liebe in ihm erweckt / Er wollte sie wiederküssen/ da hat er verreisen müssen / So liebte er sie vergebens / Das ist die Tragik des Lebens!"
Ach, gutes altes Porto! Schon lange bleibst du unbeleckt! Ach gute alte Post, jetzt stellst du bald die Zustellung ein! Ich bekomme überhaupt keine private Post mehr. Nur Rechnungen! Oder nur Mahnungen zu Rechnungen. Es ruft mich auch kein Schwein mehr an. Es sei denn, er will mir etwas andrehen! Weil ich angeblich was gewonnen habe. Ich brauche nur zurückzurufen. Vergiss es.

Dafür arbeitet der Rechner im Minutentakt. YouTube-Clips zum Totlachen, Ich werde angeskyped, oder im Facebook oder in meiner Golfparadise Community von Freunden und Journalisten-Kollegen aus allen möglichen Ecken der Welt mit Ihren Erlebnissen beglückt, mit Statusmeldungen, wo sie überall waren. 

Ich werde von deren neuen und alten Freunden mit sogenannten Friendship-Anfragen bei Facebook, Einladungen zu Parties und mit Ihren privaten Bildern erfreut . Oder ich werde angetwittert, unabhängig davon dass Stil und Qualität einiger Twitterer doch stark variieren. Selektieren muss ich schon noch selber. Dann liegt wieder in der Mail ein Hinweis, dass jemand mich bei Plaxo gefunden hat, dort wo ich überhaupt nicht gefunden werden möchte, da chatten einige vom Golfclub drin rum. Das ist ungefähr so, als hätte ich vor 15 Jahren, als noch ausschliesslich die lahme Schneckenpost mit dem Briefträger kam, sieben mal am Tag den Briefkasten geleert.

Früher hieß es, ab geht die Post! Lange vorbei. Selbst meine 91jährige Mutter mailte noch vor ein paar Jahren und skypte mit mir bei eingeschalteter Webcam, fragte mich wie mir Ihre neue Frisur gefällt, kauft Ihre Medizin in der Online-Apotheke und schickte digitale Bilder an die Verwandtschaft… Inzwischen ist es Ihr das Multitasking zu blöd, Sie lebt nur noch analog..

Das Internet ist das Betriebsystem unserer Gesellschaft. LinkedIn muß schon sein im contemporären Business. Wer zu spät kommt den bestraft nicht unbedingt das Leben. Die interaktiven Schulungsprogramme – natürlich im Web – werden immer besser. Aber der Widerstand, eigene Rollenbilder zu überdenken, ist gerade bei manch intelligenten und (noch) erfolgreichen Zeitgenossen groß. Nur wenige lehnen den Mainstream bewusst ab, die meisten Ablehner sind überfordert. 

Wer jetzt immer noch nicht mit dem Web leidlich umgehen kann, der sollte Schmetterlinge fangen oder Rosen züchten. Ist ja auch schön - ganz ohne Sarkasmus.
Dabei verzapft der Karasek mit seiner Nostalgie nichts als die Wahrheit: Erst starb das Telefonbuch, der schwere Wälzer. 

Dann starb der Brief.
Den letzten hat mir in den 90er-Jahren eine Freundin aus Australien geschickt. Weil die Post ihren Dienst peu à peu einstellt, liegt jetzt auch der Liebesbrief im Sterben, zugunsten von Twitter und SMS. Und der E-Mail. Dabei war der Liebesbrief doch so schön und romantisch! Pffff!

Blogger-Treff:                      www.birdiehunter.de
Fairway-Treff:                      www.golfparadise.com
Gründer-Treff:                     www.universal-service.org 
BestAger-Treff:                    www.seniorei.de
Snailmail-Treff:                    klausbraun@golfparadise.com
Skype-Treff:                          klausottobraun12







UND WEG.JETZT GLEICH.

Für Golfer und solche, die es werden wollen....Die schönsten Orte Südfrankreichs und des Elsaß Golfpass Region Var, Golfpass Region Provenc...